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Ziele



Zehn Thesen zur Zukunft der Stadt als Lebens- und Handelsraum



  1. Multifunktionalität der Städte fördern

    Städte gewinnen ihre Identifikation über die Funktionsvielfalt. Sie sind Schwerpunkt des Austausches von Waren und Dienstleistungen  sowie Träger des kulturellen Lebens. Als Mittelpunkt des Stadtgefüges ist die gewachsene Innenstadt wichtigste Kommunikationsplattform und gleichzeitig bedeutender Standort für hochqualifizierte Arbeitsplätze. Dem Handel kommt im vielschichtigen Nutzungsgefüge einer Stadt neben seiner Versorgungsfunktion eine herausragende stadtprägende Rolle zu.

  2. Wachsende Bedeutung der Innenstädte als Erlebnis- und Freizeitraum

    Der Wunsch der Verbraucher nach überschaubaren, urbanen und architektonisch anspruchsvoll gestalteten Erlebnis-, Freizeit- und Einkaufsbereichen, Räumen und Plätzen, ist nach wie vor ungebrochen. Es gilt, den Stellenwert der Innenstädte als Orte des Erlebens weiter auszubauen. Städte und Handel sind aufgefordert, dieses Ziel gemeinsam zu verfolgen.

  3. Stärkung der Innenstädte als Versorgungszentren

    Um die herausragende Stellung der Innenstädte als Versorgungszentren für die gesamte Stadt und die dazugehörige Region zu stärken, muss eine gezielte und kooperative Stadtpolitik betrieben werden. Im Sinne einer verbrauchernahen Versorgung müssen auch die Stadtteilzentren als Teil eines integrierten Versorgungsnetzes aufgewertet werden.

  4. Längere Öffnungszeiten zur Attraktivitätssteigerung

    Um den Wünschen der Konsumenten nach Einkauf in den Abendstunden gerecht zu werden, plädiert urbanicom für eine Freigabe der Ladenöffnungszeiten in der Woche einschließlich des Sonnabends. Längere Ladenöffnungszeiten können dem gesamten Einzelhandel zu gute kommen und nicht nur einzelnen Standorten wie z.B. Bahnhöfen, Flughäfen oder Tankstellen.


  5. Ausgewogene Verkehrskonzepte für jede einzelne Stadt

    Im Hinblick auf den motorisierten Individualverkehr sind behutsame stadtverträgliche und verkehrsverbessernde Maßnahmen erforderlich, gleichzeitig ist der ÖPNV qualitativ und quantitativ auszubauen. Durch gezielte Förderung bzw. bevorzugte Behandlung müssen Anreize für die vermehrte Nutzung von kleineren, emissionsarmen Pkw zur Stadtfahrt gegeben werden. Zur Optimierung des Verkehrs können Telematiksysteme und Citylogistik beitragen. Ein ausreichendes Parkplatzangebot ist Basis und Voraussetzung für die Erreichbarkeit der innerstädtischen Zentren. Urbanicom fordert die Städte auf, Parkraummangel zu beseitigen und für ein angemessenes Parkangebot in zentralen Lagen der Innenstädte zu sorgen.

  6. Attraktives Umfeld zur Steigerung der Aufenthaltsqualität

    Ziel aller, denen die Stärkung der Städte am Herzen liegt, muss es sein, die Aufenthaltsqualität in den Innenstädten weiter zu verbessern, damit sich die Besucher länger in den innerstädtischen Einkaufs- und Flanierzonen aufhalten können und wollen. Dabei sind es vor allem die Städte, die an vorderster Stelle für akzeptable Rahmenbedingungen sorgen müssen. Besondere Bedeutung kommen den Themen Sicherheit und Sauberkeit zu.

  7. Stärkung der Innenstädte als Orte zeitgemäßen Wohnens

    Um eine weitere Abwanderung der Wohnbevölkerung in das Umland der Städte zu verhindern, sollten insbesondere innerstädtische Brachflächen verstärkt für Wohnzwecke genutzt werden. Alle sich in den Innenstädten bietenden sonstigen Möglichkeiten zur Schaffung zusätzlichen Wohnraums, etwa durch den verstärkten Ausbau von Dachgeschossen, die Erhöhung zulässiger Geschosszahlen, sollten genutzt werden. Altbauquartiere sind zu sanieren.

  8. Kultur als Anker städtischer Identifikation

    Kulturelle Veranstaltungen sind besonders geeignet, um die Attraktivität einer Innenstadt und die Identifikation der Bürger mit ihr zu steigern. Die Schaffung sogenannter "Kulturmeilen" hat in zahlreichen Innenstädten zur Bewusstmachung von Kultur geführt. Ausstellungen, Aktionen und vielfältige Kulturprogramme sollten nicht nur in abgeschlossenen Museumsbauten stattfinden, sondern auch da, wo die Menschen einkaufen.


  9. Neue Medien als Chance für innovative Städte

    Die neuen Medien und E-Commerce bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Kombination des elektronischen und stationären Handels- und Dienstleistungsangebotes. Gerade für die Innenstädte ergeben sich gute Chancen zur Einbindung von Multimedia in die Handelsstruktur, z.B. durch die Einrichtung von virtuellen lokalen Marktplätzen auf der einen Seite und die Einrichtung von (realen) Shops, in denen Waren
    und Dienstleistungen bestellt oder vor dem Kauf genauer geprüft werden können, auf der anderen Seite.

  10. Vielfalt, Vitalität und Identität durch Stadtmarketing und Public-Private-Partnership

    Mehr denn je erfordert der wachsende Wettbewerb der Städte untereinander, aber auch die Konkurrenz zu peripheren Agglomerationen eine bewusste, strategische Bündelung aller in einer Stadt aktiven Kräfte. Ziel des Stadt- und Citymarketings muss es sein, praktische Stadtentwicklung zu leisten, die Attraktivität und das Image der Stadt sowohl als Wirtschafts- und Lebensraum für die Bewohner als auch als touristisches Ziel für Besucher zu verbessern. Die Stärkung der innerstädtischen Wettbewerbsposition durch eine Steigerung der Attraktivität der Innenstädte und damit eine Erhöhung der Kaufkraftbindung muss auch eine Erhöhung des Erlebniswertes der Innenstädte beinhalten.



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