{"id":242,"date":"2021-11-25T12:45:58","date_gmt":"2021-11-25T12:45:58","guid":{"rendered":"https:\/\/urbanicom.de\/?p=242"},"modified":"2021-11-25T12:51:51","modified_gmt":"2021-11-25T12:51:51","slug":"die-innenstadtentwicklung-erfordert-zeit-und-geduld-stadtimpulse-zeigt-best-practices","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/urbanicom.de\/?p=242","title":{"rendered":"&#8222;Die Innenstadtentwicklung erfordert Zeit und Geduld&#8220; \u2013 &#8222;Stadtimpulse&#8220; zeigt Best-Practices"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/urbanicom.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Stadtimpulse_Logo.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-245\" width=\"202\" height=\"203\" srcset=\"https:\/\/urbanicom.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Stadtimpulse_Logo.jpg 548w, https:\/\/urbanicom.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Stadtimpulse_Logo-300x300.jpg 300w, https:\/\/urbanicom.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Stadtimpulse_Logo-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 202px) 100vw, 202px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Interview mit Michael Reink, gesch\u00e4ftsf\u00fchrendes Vorstandsmitglied urbanicom e.V.<br>Erschienen im <strong>Public Marketing \u2013 Das Magazin f\u00fcr Kommunikation und Marketing im \u00f6ffentlichen Raum<\/strong><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>PUBLIC MARKETING: Die Stadtzentren stehen vor einer Vielzahl von Herausforderungen. Die Leerst\u00e4nde nehmen zu, die Passantenfrequenz sinkt, der Online-Handel sorgt f\u00fcr weniger Umsatz im lokalen Handel. Wie dramatisch ist die Lage?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Michael Reink: Den Abgesang auf die Innenst\u00e4dte kennen wir bereits aus den 90er Jahren, als die gr\u00fcne Wiese immer st\u00e4rker wurde. Das Thema ist also nicht neu. Mittlerweile hat die gr\u00fcne Wiese gr\u00f6\u00dfere Probleme als die Innenst\u00e4dte und die Standorte generell. Es zeigt sich, dass die Innenst\u00e4dte doch um einiges resilienter sind. Aus diesem Grund muss man vorsichtig mit solchen Aussagen sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch ist es so, dass die Digitalisierung eine unheimliche Dynamik mit sich bringt und diese Tatsache darf man nicht ignorieren. Denn w\u00e4hrend fr\u00fcher die Zyklen f\u00fcr st\u00e4dtische Weiterentwicklungen bei rund 25 Jahren lagen und sich im Einzelhandel bei rund acht Jahren bewegen, so gibt es im Digitalbereich eigentlich fast t\u00e4glich Neuerungen, die zu ber\u00fccksichtigen sind. Und obwohl der Online-Handel aktuell nur einen geringen Umsatz-Anteil ausmacht, beeinflusst er den station\u00e4ren Handel in den St\u00e4dten doch stark.<\/p>\n\n\n\n<p>Die aktuelle Situation, die eine ganz besondere ist, hat die Lage in den Stadtzentren zudem in eine noch gr\u00f6\u00dfere Schieflage gebracht. Die Kunden blieben aus, die Urbanit\u00e4t litt aufgrund fehlender Innenstadtbesucher und die Ums\u00e4tze gingen zur\u00fcck. Doch haben viele Akteure w\u00e4hrend der Corona-Pandemie den Online-Handel f\u00fcr sich erschlossen und dadurch Erl\u00f6se generieren k\u00f6nnen. Nun m\u00fcssen wir beobachten, inwiefern die coronabedingten Verschiebungen im Online-Handel verbleiben und was wieder in den station\u00e4ren Handel zur\u00fcckkommt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>PUBLIC MARKETING: Im Mai 2021 haben sie die Plattform \u201eStadtimpulse\u201c gelauncht. Das erkl\u00e4rte Ziel ist es, Best-Practice-Beispiele zur Verbesserung der Innenst\u00e4dte in den Fokus zu r\u00fccken. Warum haben Sie sich f\u00fcr einen solchen Datenpool entschieden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Reink: Zun\u00e4chst muss erw\u00e4hnt werden, dass wir eine noch gr\u00f6\u00dfere Idee verfolgen. Der Handelsverband Deutschland geh\u00f6rt zu den Mitgr\u00fcndern des Beirats Innenstadt. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit den verschiedenen Spitzenverb\u00e4nden und dem Bundesinnenministerium wurde ein Strategiepapier entworfen, welches im besten Fall ein Hausaufgabenheft sein soll, das konkret zur Entwicklung der Innenst\u00e4dte beitr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr uns als Verband war es wichtig, dass wir mithilfe des Beirats und des Strategiepapiers systematisch die einzelnen Punkte f\u00fcr die Innenstadt der Zukunft angehen. Denn die Innenstadtentwicklung erfordert Zeit und Geduld. Da sich die Stadtzentren allerdings in einer schwierigen Lage befinden, war es uns au\u00dferdem wichtig, schnelle Hilfestellung zu geben. Da es bereits viele gute Ma\u00dfnahmen und Projekte in den Innenst\u00e4dten gibt, haben wir uns \u00fcberlegt, diese in einem Datenpool darzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>PUBLIC MARKETING: Mittlerweile finden sich auf der Plattform 33 Projekte. Wie ist die Resonanz auf das Angebot, das eigene Projekt zertifizieren und auf der Website eintragen zu lassen? Wie zufrieden sind Sie mit den Einreichungsquoten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Reink: Wir haben uns sehr gefreut, dass wir den Launch auf dem 14. Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik verk\u00fcnden konnten. Das hat f\u00fcr viel Aufmerksamkeit gesorgt. Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit der Entwicklung der \u201eStadtimpulse\u201c. Wir haben jeden Monat etliche Bewerbungen, die von einer Jury eingehend auf ihren Innovationscharakter und ihren Mehrwert gepr\u00fcft werden. Zwar m\u00fcssen wir hin und wieder Projekte ablehnen, jedoch k\u00f6nnen wir mit Stolz sagen, dass die Plattform immer gr\u00f6\u00dfer wird und zunehmend tolle Projekte vorstellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch unser Newsletter wird rege gelesen. Mittlerweile haben wir mehr als 800 Abonnenten. Das ist f\u00fcr uns ein gutes Indiz, dass die Informationen, die Interessierte auf \u201eStadtimpulse\u201c erhalten, auch wirklich relevant und nachgefragt sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>PUBLIC MARKETING: Welchen Nutzen hat \u201eStadtimpulse\u201c f\u00fcr die teilnehmenden St\u00e4dte? Wie kann die Pr\u00e4senz der Website auf die Entwicklung der Innenst\u00e4dte generell einzahlen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Reink: Alle Projekte wurden so eingereicht, dass sie weiterf\u00fchrende Informationen f\u00fcr diejenigen bieten, die vielleicht selbst ein neues Innenstadtkonzept oder eine Initiative ins Leben rufen wollen. Dazu geh\u00f6ren zum Beispiel Stadtgr\u00f6\u00dfe, finanzielle Mittel und die konkreten Projektbeteiligten. Dadurch k\u00f6nnen die Interessierten einen gewissen Abgleich mit ihrer eigenen Stadt machen und pr\u00fcfen, ob ein Projekt dieser Art m\u00f6glich ist. Die Projekte sind zudem in verschiedene Kategorien unterteilt, die f\u00fcr eine schnelle und einfache Suche sorgen sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Entscheider kann die Datenbank auch sinnvoll sein, um zu schauen, was im direkten Umfeld oder im eigenen Bundesland im Bereich Stadtentwicklung passiert und welche F\u00f6rdermittel-Aktivit\u00e4ten es gibt. Das erm\u00f6glicht die Suchfunktion ebenfalls.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Punkt ist die Bereitstellung von Kontaktdaten. Jede Stadt, jedes Projekt muss bereit sein, f\u00fcr Interessierte erreichbar zu sein. Denn die Interaktion und die Zusammenarbeit sind f\u00fcr uns mit das Wichtigste, auch wenn wir es selbst nur bedingt f\u00f6rdern k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Besonderheit unseres Engagements ist, dass wir jedem, der ein Projekt erfolgreich einreicht, das Pr\u00e4dikat \u201eImpulsgeber\u201c verleihen. Die Stadt oder der Akteur kann dann das Logo der \u201eStadtimpulse\u201c f\u00fcr seine Kommunikation nutzen. F\u00fcr uns erfreulich ist, dass mittlerweile auch Bundespolitiker, die ein Projekt einreichen, dieses Logo tragen und somit f\u00fcr zus\u00e4tzliche \u00d6ffentlichkeit sorgen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>PUBLIC MARKETING: Aktuell werden auf der Plattform die Projekte in der Innenstadtentwicklung vorgestellt. Inwieweit ist eine Erweiterung des Spektrums vorgesehen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Reink: In Zukunft wollen wir Webinare anbieten, in denen die Projekte aus den jeweiligen St\u00e4dten praxisnah vorgestellt werden. Uns schwebt eine niedrigschwellige Anmeldung vor, damit m\u00f6glichst viele Menschen daran teilnehmen k\u00f6nnen. Wir konnten bereits eine Moderatorin gewinnen, die dieses Angebot betreut und die Projektentscheider mit ins Boot holt.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem wollen wir die \u201eStadtimpulse\u201c bei den Fachtagungen der \u201eAllianz f\u00fcr Innenst\u00e4dte\u201c in Szene setzen. Vorstellbar w\u00e4re die Pr\u00e4sentation ausgew\u00e4hlter Innenstadtprojekte von den jeweiligen Entscheidern direkt vor Ort.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>PUBLIC MARKETING: Die vorgestellten Projekte sind vielf\u00e4ltig und zeugen von einer gro\u00dfen Kreativit\u00e4t. Und doch reicht nur ein Bruchteil der deutschen St\u00e4dte ihre Ideen bei der Plattform ein. Woran k\u00f6nnte das liegen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Reink: Zun\u00e4chst einmal ist es so, dass sich nicht nur St\u00e4dte bewerben k\u00f6nnen, sondern auch H\u00e4ndler, Gastronomen und Architekten. Aber man muss auch so ehrlich sein und sagen, dass die \u201eStadtimpulse\u201c bei weitem noch nicht so bekannt sind, dass jeder sich dort bewirbt und sein Projekt vorstellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem haben viele Akteure gar nicht die Kapazit\u00e4ten und die Zeit, ihre Ideen f\u00fcr die Bewerbung aufzubereiten. Viele Organisationen haben zum Beispiel im Bereich Citymanagement nach wie vor nur ein oder zwei Mitarbeiter, die eine Vielzahl an Aufgaben bew\u00e4ltigen m\u00fcssen. Erschwerend kommt hinzu, dass sie bei uns keine F\u00f6rdermittel einwerben k\u00f6nnen, sondern \u201elediglich\u201c ein Zertifikat. Sie \u00fcberlegen sich also zwei Mal, ob sie nicht lieber einen Antrag auf F\u00f6rdermittel erstellen, oder eine Bewerbung f\u00fcr eine Pr\u00e4senz auf unserer Plattform.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch m\u00f6chte ich noch einmal betonen, dass wir sehr zufrieden mit der Entwicklung der \u201eStadtimpulse\u201c sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>PUBLIC MARKETING: Wie sieht f\u00fcr Sie die ideale Innenstadt von morgen aus?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Reink: Ganz subjektiv k\u00f6nnte ich als ehemaliger Altstadtmanager der Hansestadt Stralsund jetzt sagen, die Stadt Stralsund hat die ideale Innenstadt. Objektiv betrachtet zeichnet sich die Innenstadt der Zukunft durch eine ganzheitliche Handelsausstattung, einen gest\u00e4rkten Bildungssektor und eine attraktive Wohnsituation aus. Au\u00dferdem weist diese viele Arbeitspl\u00e4tze auf, bietet eine Vielzahl an gastronomischen Services und erm\u00f6glicht es Kunst und Kultur, in den \u00f6ffentlichen Raum zu gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiterhin sollten die Innenst\u00e4dte der Zukunft gut erreichbar sein und zwar mit allen Verkehrsmittel. Ein attraktives st\u00e4dtebauliches Umfeld tr\u00e4gt selbstverst\u00e4ndlich zu einer erh\u00f6hten Aufenthaltsqualit\u00e4t bei. Ich breche es mal auf eine Aussage herunter, die wir schon vielfach geh\u00f6rt haben: Wir m\u00fcssen den Ort schaffen, der die Menschen aus dem heimischen Umfeld herausrei\u00dft und zunehmend in die Innenst\u00e4dte lockt. Deshalb ist ganz klar: Die St\u00e4dte m\u00fcssen neue Anl\u00e4sse schaffen, um die Stadtzentren nachhaltig zu beleben. Ich bin mir sicher, dass wir das bew\u00e4ltigen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Erschienen unter <a href=\"https:\/\/www.publicmarketing.eu\/news\/detail.php?rubric=News&amp;nr=40980#40980\">www.publicmarketing.eu<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview mit Michael Reink, gesch\u00e4ftsf\u00fchrendes Vorstandsmitglied urbanicom e.V.Erschienen im Public Marketing \u2013 Das Magazin f\u00fcr Kommunikation und Marketing im \u00f6ffentlichen Raum<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-242","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/urbanicom.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/242"}],"collection":[{"href":"https:\/\/urbanicom.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/urbanicom.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/urbanicom.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/urbanicom.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=242"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/urbanicom.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/242\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":250,"href":"https:\/\/urbanicom.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/242\/revisions\/250"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/urbanicom.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=242"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/urbanicom.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=242"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/urbanicom.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=242"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}